3 Fragen an ...

01.06.2026

... den Autor von «Konfliktmanagement»

Gerhard Meyer

Lehrer und Schulleiter an öffentlichen Schulen sowie Geschäftsführer Schule für die Gesamtleitung des Schulwesens einer Gemeinde. Seit 2019 Geschäftsführer des Baumeisterverbands ZH/SH. Daneben als Fachdozent, Berater, Moderator und Coach in der Erwachsenenbildung tätig mit den Schwerpunkten Berufsbildung, berufliche Weiterbildung und Konfliktmanagement in Führungssituationen.

1 Viele Menschen verbinden Konflikte mit etwas Negativem. Welche Chancen können Konflikte für Menschen, Teams und Unternehmen bieten?

Konflikte bieten, sofern sie angesprochen und behandelt werden, die Möglichkeit von Weiterentwicklung wie auch die Chance, andere Wege zu gehen. Dies gilt für Einzelpersonen wie auch für Organisationen – hier sind es die Führungspersonen, die «Hüter» der Sache sind und das Ansprechen professionell angehen und gestalten müssen.

2 Welche Herausforderungen bringen moderne Arbeitsformen wie Homeoffice oder virtuelle Teams für das Konfliktmanagement mit sich?

Persönlich glaube ich, dass man mit den modernen Arbeitsformen nicht mehr eine stetige und gleichbleibende Gruppendynamik im Team hat. Diese verändert sich je nach Zusammensetzung, wer gerade vor Ort ist oder eben nicht vor Ort, um allenfalls einen Konflikt nicht behandeln zu müssen. Auch dies sind Chancen für eine Organisation.

3 Wo erleben Sie heute die grössten Herausforderungen im Umgang mit Konflikten in Führungssituationen? Wie hilft das Lehrmittel dabei, ein Gespür für die eigene Wirkung und die Perspektive des Gegenübers zu entwickeln?

Die grössten Herausforderungen im Umgang mit Konflikten erlebe ich dahin gehend, dass persönliche Wahrnehmungen der einen Seite oft schnell als Angriff interpretiert werden. Daraus resultiert sehr rasch eine Rechtfertigungs- oder Abwehrhaltung. Das Lehrmittel soll besonders im Bereich der «Konfliktkultur in im Unternehmen» Wege aufzeigen, die diesem Umstand präventiv entgegenwirken kann. Verantwortlich für eine konstruktive Konfliktkultur ist die Führungsperson.