Innovative Bildungsprojekte Schweiz
Herausragendes aus Blended Learning 2004

Und der Sieger ist...

"Innovative Bildungsprojekte Schweiz" heisst der erstmals durchgeführte Wettbewerb, mit dem praxiserprobte, innovative und herausragende Prjekte aus der schulischen und betrieblichen Bildung ausgezeichnet werden. Zum Thema "Blended Learning" wurden 24 Projekte in den Kategorien Schule bzw. Betrieb eingereicht. Die sechs Nominierten hatten die Möglichkeit, Ihr Projekt im Rahmen des Forums am 3. April vorzustellen.
Gewonnen hat in der Kategorie Betriebe die Basler Versicherungen. In der Kategorie Schulen konnte kein eindeutiger Sieger ermittelt werden, da keines der eingereichten Projekte vollumfänglich den Anforderungen entsprach. Der Preis wurde daher unter den drei Nominierten zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Die sechs nominierten Projekte

Betriebliche Aus-/Weiterbildung

Das Preisgeld für die Kategorie "Betriebe" wurde von der WISS, Wirtschaftsinformatikerschule Schweiz gestiftet.

  • Basler Versicherungen: "Fondsbrevet Baloise - 'Zuckerbrot und Peitsche'": Mitarbeiter-Schulung zum Thema Anlagefonds mit verschiedenen methodischen Elementen: Kursvorbereitung mit Skript, Präsenzkurs "Fondsbrevet", Präsenz-Einführungsforum, Portal mit Infos und Selbsttests, Lernforum mit tutorieller Begleitung, Präsenzprüfung und permanentes Finanzforum. Die Jury lobte vor allem der effiziente Einsatz von E-Komponenten und die äusserst kreative methodisch-didaktische Gestaltung. Weitere Stäken sind zudem die niederschwellige Art auf das Zielpublikum einzugehen und dieses zu einem lustvollen Lernen anzuregen.
  • UBS AG: "Projektmanagement Advanced Skills (PMAS)": Eine von drei Projektmanagement-Ausbildungen, die internationalen Standards entsprechen. Neben Self-Learning und Präsenzunterricht wird auch Collaborative Learning eingesetzt. Die Teilnehmenden werden zudem tutoriell über drei Monate begleitet und ist stark auf den Praxistransfer ausgerichtet. Die Jury schätzte das Projekt als mustergültig und anregend ein.
  • UBS AG: "Next Generation - Off-the-Job Training; Privatkundenmodul": Ausbildung von Lehrlingen im 1. Lehrjahr, bei dem die Lernenden auf den Praxiseinsatz im Bereich des Privatkundengeschäfts vorbereitet werden. WBT, Learning History und elektronischer Feedbackfragebogen. Das Projekt hinterliess bei der Jury einen runden Eindruck, bei dem allerdings die Online-Lernkomponenten noch stärker in den Vordergrund treten könnten.

Schulische Projekte

Das Preisgeld für die Kategorie "Schulen" wurde von der Kalaidos Bildungsgruppe Schweiz gestiftet.

  • Zentrum für berufliche Weiterbildung, St. Gallen: "Webbasierte Lernumgebung und virtuelle Kurse ZbW": Lernumgebung und verschiedene E-Angebote für mehrere Kurse auf der Tertiärstufe (höhere Fachschule, Vorbereitung auf eidgenössische Prüfungen (FA, Diplom) und berufliche Weiterbildung. Laut Jury ein bewusst konzipiertes und ausgereiftes Blended-Learning-Konzept, das regelmässig durchgeführt wird.
  • KPP Consulting GmbH: "Blended Learning Kurs 'M153 Datenmodellierung'": Ausbildung für das Modul 153 der I-CH- Informatik Weiterbildung mit Präsenztreffen, CBTs, E-Room, Diskussionsforum, Umfrage, Feedback und Lehrmitteln. Die Jury beurteilte das Projekt als ein gut ausgearbeitetes Ausbildungskonzept.
  • gibb (Gewerbl.-industrielle Berufsschule Bern): Virtuelle Lernumgebungen als Lernarrangements in der Informatikgrundbildung: Massgeschneiderte Lernarrangements für den modularen, handlungsorientierten, praxisnahen und auf den konkreten Kompetenzerwerb ausgerichteten Unterricht in der Lehrlingsausbildung. Die Jury taxierte das Projekt als interessant und gut mit ausführlichem Lernmaterial.

Jurymitglieder

Prof. Dr. Andrea BackInstitut für Wirtschaftsinformatik, Hochschule St. Gallen
Prof. Dr. Michael KerresInstitut für Erziehungswissenschaft, Universität Duisburg-Essen
Dr. Daniel Stoller-SchaiEducation Design Manager, Phonak
Chantal GalladéNationalrätin, Schwerpunkt Bildung
Isabelle BergerProjektkoordinatorin VBV
Dr. Eleonore LederLeiterin External Expertise & Development Programs, UBS

Ablauf der Beurteilung

  1. In einer ersten Beurteilungsrunde werden die Bewerbungen gesichtet. Die Beurteilungskriterien der ersten Runde sind:
    1. Vollständigkeit der Unterlagen gemäss Teilnahmebedingungen (Ausgefüllte Anmeldung, aussagekräftiges Material, Umsetzung in die Praxis)
    2. Einsatz von Blended Learning, also der Einsatz von mehreren Methoden (inkl. aber nicht ausschliesslich nur E-Learning-Bestandteile)
  2. In der zweiten Runde werden die Bildungsmassnahmen auf ihre Qualität geprüft. Dabei werden die folgenden Beurteilungskriterien eingehend betrachtet:
    1. Plausibilität des Ausbildungskonzepts:
      Das Ausbildungskonzept ist klar und verständlich beschrieben. Sein Aufbau ist für die Jurymitglieder nachvollziehbar. Der Einsatz der einzelnen methodischen Bestandteile (z.B. Selbststudium, E-Learning und / oder Präsenzveranstaltungen etc.) macht Sinn.
    2. Lernzielorientierung:
      Das Ausbildungskonzept ist lernzielorientiert aufgebaut. Die Lernziele sind mit dem eingesetzten Methodenmix erreichbar.
    3. Mehrwert von Blended Learning im Vergleich mit herkömmlichen Methoden:
      Der Mehrwert des Einsatzes von Blended Learning im Vergleich zu herkömmlichen Methoden ist eindeutig ausgewiesen und nachvollziehbar dargestellt.
    4. Adressaten/-innen- und lernzielgerechter Aufbau der E-Learning-Bestandteile:
      Die eingesetzten E-Learning-Bestandteile (Tutoring, kollaborative Werkzeuge, Lernprogramme etc.) sind in das Ausbildungskonzept eingebettet. Die Abstimmung auf die Lernziele ist folgerichtig. Die Werkzeuge sind in ihrer Komplexität angemessen für den Lernprozess und ihre Benutzung ist niederschwellig.
    5. Adressaten/-innen- und lernzielgerechter Aufbau des Lernmaterials:
      Die eingesetzten Lernmaterialien sind auf die Lernziele der Bildungsmassnahme und auf den Teilnehmer/-innenkreis abgestimmt. Lernmaterialien können Materialien des Präsenzunterrichts und / oder Selbststudiumsmaterialien (Lehrbücher, Lehrhefte) und / oder der aufbereitete e-Content sein (z.B. als CBT oder WBT, also computerbasiertes Training oder webbasiertes Training).

Ablauf der Jurierung

Die Projektverantwortlichen der von der Jury nominierten Konzeptionen aus Schule und Betrieb werden bis spätestens 22. März 2004 über ihre Nomination informiert. Gleichzeitig erhalten sie die Richtlinien für die Präsentation ihrer Konzeption im Rahmen des Forums. Die Prämierung der besten beiden Konzeptionen erfolgt am Forum.

Weiteres

Mit der schriftlichen Anmeldung anerkennt jede/-r Teilnehmer/-in die Teilnahmebedingungen. Die Beurteilung wird von der Jury vorgenommen. Deren Entscheidungen basieren auf den hier beschriebenen Beurteilungskriterien und werden nicht weiter ausgeführt. Die Konzeptionen, die nicht ausgezeichnet werden, erhalten keine Begründung für den Entscheid. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ausschreibung und Anmeldeformular als PDF-Datei zum Ausdrucken und Herunterladen.